Passepartout
 

 


Passepartout schneiden

Das Passepartout erfüllt mehrere Funktionen. Die wichtigste: Es fungiert bei hinter Glas gerahmten Bildern als Distanzhalter zwischen Bildoberfläche und Glas. Wenn die Bildoberfläche am Glas anliegt, kommt es oft zu einem ungewollten und ungleichmäßigen Hochglanzeffekt und die Farben des Bildes können verschmiert werden...
Es gibt dem Bild auch eine gewisse Tiefenwirkung


Während als Distanzhalter noch ein dünner Rahmen reichen würde, muss ein "richtiges" Passepartout im Sinne des letztgenannten Punktes wesentlich größer sein als das Bild, das es umgibt( Ich nehme da je nach Bild so 6-10cm).

Was ich alles Brauche

Das Material
Es gibt schon fertig gefärbte Bögen in verschiedenen Größen zu kaufen. Ich verwende in der Regel altweißen Passepartoutkarton, aber es kann natürlich auch Bunt sein. Auch selbst Weiß ist nicht gleich Weiß. Sie müssen im Laden entscheiden, welcher Karton am besten zu Ihrem Bild und Rahmen passt

Das Werkzeug
Passepartoutschneidegeräte, im Folgenden oft kurz Cutter genannt, gibt es in verschiedenen Ausführungen von preiswerten Kunststoffgeräten bis zu (meist teuren) Ganzmetallausführungen. Es ist die Präzision der Führung, auf die es primär ankommt. Kunststoffteile verschleißen schneller als Metallteile, speziell wenn der Kunststoff in einer Metallschiene geführt wird. Dennoch brauchen Sie nicht gleich zum teuren Ganzmetallgerät zu greifen. Ich habe mich für das Metallgerät entschieden, weil es einfach eine Anschaffung fürs Leben ist.

Die wirklich wichtigen Merkmale des Passepartoutschneiders sind

-größtes erzielbares Bildfenster und
-Schräg- oder Geradschnitt, ggf. Schnittwinkel (meist 30° und/oder 45°)


Die eigentliche Existenzberechtigung für den Passepartoutschneider ist der Schrägschnitt. Ob es 30° oder 45° sein sollen, ist eine "geschmäcklerische" Frage. Wenn Sie die Möglichkeit haben, schauen Sie sich beides an. Wenn Sie Passepartoutkarton mit farbiger, grauer oder schwarzer Deckschicht und weißer Zwischenschicht verwenden, wird bei 45° der weiße Rand um das Bild etwas breiter.

Eine Unterlage
Im Laden wird man Ihnen gerne eineSchneidmatte anbieten, die bei großem Format richtig Geld kostet.. Wenn Sie darauf mit dem Schrägschnittcutter arbeiten, ist sie i. d. R. bald hinüber.Also nur für Geradeschnitt zu empfehlen.

Statt der Schneidmatte tut es aber auch ein richtig dicker Karton oder eine andere richtig dicke und billige Pappe. (Wellpappe ist wegen der Wellen nicht so toll beim Schneiden.) .

Sonstiges
Sonstige Hilfsmittel sind

-ein großer Tisch,
-ein Bleistift,
-ein Lineal (soweit nicht als Bestandteil des Passepartoutschneiders bereits vorhanden),
-ein Winkel


Ersatzteile
Die Klingen des Cutters werden mit dem Gebrauch stumpf. Das merken Sie spätestens, wenn Sie einmal einen Karton versaut haben, weil die Klinge nicht mehr sauber geschnitten, sondern den Karton auf der Vorderseite zerrissen hat. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihnen das Schneiden außergewöhnlich schwer fällt, sollten Sie daher im Zweifel die Klinge austauschen, auch wenn die Schnitte noch gut aussehen


So gehts
Als Erstes bestimmen Sie die Größe des Rahmens, d. h. die Größe der Pappe, aus der Sie das Fenster ausschneiden. Sie ist durch die Wahl des Rahmens vorgegeben

Als Nächstes bestimmen Sie die Größe des Bildfensters. Lassen Sie es dabei nicht an Genauigkeit fehlen, denn Passepartoutkarton ist sehr teuer, und es ist ärgerlich, wenn Sie falsch geschnitten wird.


Neben der Größe des Bildfensters müssen Sie dessen Lage im Rahmen bestimmen. Das mag Ihnen trivial erscheinen, ist es aber nicht ganz. Es gilt i. Allg. als gute Praxis, unter dem Bildfenster mehr Platz zu lassen als darüber, denn ein in vertikaler Richtung genau mittig gerahmtes Bild sieht aus irgendwelchen Gründen meist so aus, als säße es zu tief. Sie sollten sich daher überlegen, wie Sie den übrig bleibenden Rand verteilen. Ich mache den unteren Rand normalerweise 1cm breiter als den oberen Rand.

Wenn Sie so weit sind, greifen Sie zu Lineal, Bleistift und Messer. Den Passepartoutkarton legen Sie mit der Vorderseite (also der Seite, die Sie später sehen) auf die Schneidunterlage. Achten Sie darauf, dass diese sauber ist und auch keine Buckel aufweist, denn diese könnten sich im Passepartoutkarton abdrücken.

1.Auf den Bogen Passepartoutkarton messen Sie entlang der Kanten Länge und Breite des Rahmens ab. Nutzen Sie die vorgegebenen Kanten (wenn Sie noch sauber und unbeschädigt sind), denn sie sind Dank Maschinenschnitt wirklich rechtwinklig. Nutzen Sie den Winkel um rechtwinklig zu einer Kante die Schnittlinie zu markieren.

2.Wenn Sie so weit sind, schneiden Sie den Passepartoutkarton auf die gewünschte Größe zu.

3.Markieren Sie nun das Bildfenster. Beachten Sie dabei folgende Punkte:
    a) Parallelität zu den Kanten,
    b) Größe und
    c) Lage (horizontal zentriert, vertikal etwas nach oben versetzt, siehe oben).

4. Schneiden.
Sie drücken das Messer langsam in den Karton. Schneiden Sie nun Seite 1 und von der Ecke weiter Seite 2.
Sobald Sie den zweiten Schnitt geführt haben, heben Sie den Passepartoutkarton an der entsprechenden Ecke vorsichtig an. Wenn Sie richtig geschnitten haben, haben Sie eine saubere Ecke erzeugt. Falls nicht, und der Ausschnitt hängt noch an einem Fitzelchen Karton fest, versuchen Sie dieses mit einem scharfen Skalpell zu trennen. Widerstehen Sie der Versuchung, es durch Drücken zu zerreißen. Das wird oft nur dazu führen, dass sich die Deckschicht des Passepartoutkartons löst und Sie eine unsauber ausgefranste Ecke bekommen.

5. So der Anfang ist gemacht. Haben Sie das hinter sich, schneiden Sie die restlichen zwei Seiten, wobei Sie an jeder Ecke vorsichtig prüfen, ob Sie sauber gearbeitet haben.

6. Das erste Passepartout ist geschnitten und bei den nächsten wird es immer mehr zur Routine…..

Ich hoffe es hilft Ihnen ein wenig weiter